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Aufwärtstrend: Deutsche Filme hatten 2011 einen Marktanteil von über 20 Prozent.
Aufwärtstrend: Deutsche Filme hatten 2011 einen Marktanteil von über 20 Prozent.

Leichte Erholung auf dem Kinomarkt

veröffentlicht am 08.02.2012 um 14:15 Uhr · Medien · Artikel

Der Kinomarkt zieht wieder an: Nach einem dicken Besucherminus 2010 (-13,5 Prozent) zog es im vergangenen Jahr wieder mehr Menschen in die deutschen Kinos. 129,6 Millionen Besucher verzeichneten die Filmtheater, ein Plus von 2,3 Prozent. Es sei "unter dem Strich ein freundliches - aber noch kein sehr gutes Jahr", resümiert Peter Dinges, Vorstand der Filmförderungsanstalt (FFA).

Das Plus geht auch auf den deutschen Film zurück. Er lockte 2011 sieben Millionen Kinogänger mehr an als im (miserablen) Jahr davor: 27,9 Millionen Menschen sahen eine deutsche Produktion. Weil gleichzeitig der Anteil an US-Produktionen zurückging (um 5,1 Millionen auf 77,2 Millionen Kinogäste), stieg der Marktanteil deutscher Filme von 16,8 Prozent (2010) auf 21,8 Prozent. Das Boomjahr 2009, in dem 39,9 Millionen Zuschauer einen deutschen Film sahen, blieb dennoch unerreicht.

Unter den 34 Filmen, die mehr als eine Million Besucher verzeichneten, befinden sich acht deutsche (Vorjahr: fünf): Auf Platz drei der Jahrescharts landete Til Schweigers "Kokowääh" mit 4,3 Millionen Kinogästen hinter "Harry Potter" und "Fluch der Karibik". Der Umsatz der deutschen Kinos stieg noch deutlicher als die Besucherzahlen: Die Filmtheater verbuchten ein Plus von 4,1 Prozent auf 958,1 Millionen Euro. Die FFA führt dies auf die zunehmende Digitalisierung und höheren Eintrittpreise zurück.

Für 3-D-Filme legt die FFA erstmals eine gesonderte Auswertung vor: Demnach kamen die dreidimensionalen Streifen auf 29,3 Millionen Besucher und 22,8 Prozent Marktanteil (2010: 25,4 Millionen Besucher, 20,4 Prozent Markanteil). Unter den 46 3-D-Produktionen von 2011 sind sieben deutsche - "mehr als jedes andere Land außer den USA in die deutschen Kinos brachte", so Dinges. Unter den Top 10 3-D-Produktionen sind dabei "Wickie auf großer Fahrt" und "Die drei Musketiere".

Wermutstropfen: Die Zahl der Kinos in Deutschland ist weiter rückläufig. So mussten 183 Filmthater schließen - ein neuer Höchtswert, den auch die 124 Neu- und Wiedereröffnungen nicht ausgleichen konnten. Die FFA führt Unrentabilität, Konkurrenzdruck und die Beendigung von Mietverträgen als Gründe an. Betroffen seien vor allen kleinere Kinos in Städten mit weniger als 50.000 Einwohnern. Dieser Entwickling soll die Digitalisierungsförderung entgegenwirken, welche die FFA gemeinsam mit Bund und Ländern aufgelegt hat. Sie komme genau den Kinos zugute, "die die enormen Investitionen nicht aus eigener Kraft stemmen können", sagt Dinges.

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